Wiedererlangung MEP

Was muss ein Pilot nach diesem Ausbildungsabschnitt können?

Ein Pilot muss nach längerer Pause wieder sicher ein mehrmotoriges Kolbenflugzeug führen können. Dabei geht es nicht nur darum, normale Starts, Reiseflug, Anflüge und Landungen sauber zu fliegen, sondern vor allem darum, die besonderen Risiken eines mehrmotorigen Flugzeugs wieder sicher zu beherrschen. Entscheidend sind Systemverständnis, Performanceberechnung, Masse und Schwerpunkt, Limits, Checklisten, Triebwerksbedienung, Propeller- und Feathering-System, Notverfahren und der sichere Umgang mit asymmetrischem Schub. Der Pilot muss zeigen, dass er bei einem simulierten Triebwerksausfall ruhig bleibt, das Flugzeug kontrolliert, die richtige Reihenfolge der Maßnahmen einhält und weiterhin sicher navigiert, funkt und entscheidet.

Wichtiges zum Check-Flug

Für die Wiedererlangung sollte der Pilot vor dem Check-Flug zunächst seine theoretischen Grundlagen auffrischen. Besonders wichtig sind die Systeme des verwendeten MEP-Flugzeugs, also Triebwerke, Propeller, Feathering, Kraftstoffanlage, Elektrik, Fahrwerk, Hydraulik, Instrumente, Avionik, Anti-Ice beziehungsweise De-Ice, Limits und Notausrüstung. Sehr prüfungsnah sind außerdem Vmca, kritisches Triebwerk, Windmilling Drag, Rudereinsatz, leichte Bank zum laufenden Triebwerk, One-Engine-Inoperative-Performance, Accelerate-Stop-Distance, Start- und Landestrecken, Steigleistung nach Triebwerksausfall sowie die Memory Items und Checklisten des konkreten Flugzeugs.

Vor dem Check-Flug muss der Pilot durch eine ATO oder einen Fluglehrer wieder auf den erforderlichen Stand gebracht werden. Der Umfang hängt von Erfahrung, Dauer der Unterbrechung und aktuellem Können ab. Als Orientierung behandelt dieser Ausbildungsabschnitt theoretische Schulung, optionales FSTD-Training, Flugtraining im MEP-Flugzeug und einen abschließenden Progress Check beziehungsweise Check-Flug. Die praktische Schulung konzentriert sich besonders auf normale Verfahren, Notverfahren und asymmetrischen Flug. Im Training werden unter anderem Preflight, Motorstart, Rollen, Run-up, Start, Steigflug, Airwork, VFR-Enroute, Anflug, Landung, Go-around, Rejected Take-off, simulierte Notfälle, Engine Shutdown und Restart sowie asymmetrischer Anflug und asymmetrische Landung geübt.

Im Check-Flug erwartet den Piloten ein Prüfungsprofil auf einem mehrmotorigen Kolbenflugzeug. Typische Inhalte sind vollständige Flugvorbereitung mit Dokumenten, Wetter, NOTAMs, Masse und Schwerpunkt, Performance und Kraftstoffplanung. In der Luft werden saubere Flugzeugführung, Einhalten von Höhe, Kurs und Geschwindigkeit, Steilkurven, Langsamflug bis in die Nähe von Vmca, Stall Recovery, normale und flapless Landungen, Crosswind-Verfahren, Go-around und Funkverfahren geprüft. Besonders wichtig sind simulierte Triebwerksausfälle: Der Pilot muss das Flugzeug zuerst kontrollieren, dann korrekt identifizieren, absichern, die passenden Memory Items anwenden und anschließend mit Checkliste weiterarbeiten. Zur Vorbereitung sollte man vor allem das AFM/POH, QRH, die Checklisten und die Engine-Failure-Verfahren so gut beherrschen, dass sie unter Stress abrufbar sind.

Zusammenfassung

Die Wiedererlangung MEP(land) bringt einen Piloten nach abgelaufener Berechtigung wieder auf ein sicheres Niveau für mehrmotorige Kolbenflugzeuge. Der Schwerpunkt liegt nicht auf „zwei Motoren sind einfacher“, sondern auf dem sicheren Management von Systemen, Performance und asymmetrischem Flug. Besonders kritisch ist der simulierte Triebwerksausfall, weil dabei Richtungskontrolle, Geschwindigkeit, Propellerwiderstand, Steigleistung und Workload gleichzeitig beherrscht werden müssen. Ziel ist ein Pilot, der normale Verfahren sauber fliegt, Notverfahren sicher abarbeitet und auch bei einem Motorausfall strukturiert entscheidet.

Praxisbezug für den Piloten

Im echten Flugbetrieb ist eine MEP-Wiedererlangung besonders wichtig, weil mehrmotorige Flugzeuge bei falscher Bedienung schnell anspruchsvoll werden. Ein zweiter Motor erhöht die Sicherheitsreserve nur dann, wenn der Pilot die Verfahren wirklich beherrscht. Bei einem Triebwerksausfall muss er sofort Geschwindigkeit und Richtung kontrollieren, das betroffene Triebwerk korrekt erkennen, den Widerstand reduzieren, die Performance realistisch beurteilen und entscheiden, ob er weiterfliegen, zurückkehren oder landen muss. Der Check-Flug stellt sicher, dass diese Fähigkeiten nicht nur theoretisch vorhanden sind, sondern im Cockpit ruhig und zuverlässig angewendet werden können.

Kosten
Brutto
MEP(land) Examiner
300,00 €
Flugstunde Tecnam P2006
397,50 €
GESAMT697,50 €