Was muss ein Pilot nach diesem Ausbildungsabschnitt können?
Ein Pilot muss nach längerer Pause wieder sicher ein einmotoriges Kolbenflugzeug führen können. Dazu gehört, das Flugzeug technisch zu verstehen, die Betriebsgrenzen einzuhalten, Performance und Masse und Schwerpunkt korrekt zu berechnen und normale sowie abnormale Verfahren sicher anzuwenden. Besonders wichtig sind saubere Flugvorbereitung, Vorflugkontrolle, Motorstart, Rollen, Start, Steigflug, Platzrunde, Airwork, Navigation, Anflug, Landung und Notverfahren. Der Pilot muss zeigen, dass er das Flugzeug manuell ruhig und präzise beherrscht, Geschwindigkeit, Höhe und Flugweg sauber kontrolliert und bei Problemen wie Motorausfall, Wetterverschlechterung oder Systemstörung ruhig und strukturiert entscheidet.
Wichtiges zum Check-Flug
Für die Wiedererlangung der SEP(land)-Berechtigung braucht der Pilot grundsätzlich eine gültige Lizenz wie LAPL(A), PPL(A), CPL(A), ATPL(A) oder MPL mit entsprechenden Rechten sowie ein gültiges Medical. Bei LAPL(A)-Inhabern reicht ein LAPL-Medical aus. Vor dem Check-Flug müssen die theoretische Auffrischung und die notwendige praktische Schulung abgeschlossen sein. Die Theorie umfasst mindestens etwa 2 Stunden und behandelt vor allem AFM/POH, QRH, Checklisten, Flugzeugsysteme, Limits, Performance, Masse und Schwerpunkt, Kraftstoffplanung, Notverfahren und Besonderheiten des verwendeten SEP-Flugzeugs.
Der Umfang der praktischen Auffrischung hängt stark davon ab, wie lange der Pilot nicht geflogen ist, welche Erfahrung er mitbringt und auf welchem Flugzeug der Check stattfinden soll. Typischerweise werden etwa 2 bis 5 Stunden Training angesetzt. Trainiert werden Preflight, Dokumente, Wetter, NOTAMs, Masse und Schwerpunkt, Motorstart, Rollen, Start, Steigflug, Airwork, Steilkurven, Langsamflug, Stall Recovery, VFR-Navigation, Funknavigation, Anflug, normale Landung, Landung ohne Klappen, Seitenwindlandung, Ziellandung oder Leerlaufanflug aus bis zu 2.000 ft über der Bahn, Go-around, Rejected Take-off, simulierter Motorausfall nach dem Start, Notlandung ohne Motorleistung und weitere simulierte Notfälle.
Im Check-Flug erwartet den Piloten ein vollständiges Profil wie bei einer Klassenberechtigung. Die mündliche Theorie wird durch den Prüfer im Rahmen des Check-Flugs abgefragt. Dabei sollte der Pilot vor allem die Limits, Geschwindigkeiten, Checklisten, Notverfahren, Systeme, Kraftstoffanlage, Elektrik, Landeklappen, Fahrwerk falls vorhanden, Motorbedienung und Performance des konkreten Flugzeugs sicher erklären können. Wer ein gültiges Instrument Rating besitzt, kann im praktischen Teil statt VFR-Navigation auch Instrumentenfluganteile wählen. Für LAPL(A)-Piloten mit TMG-Rechten gelten zusätzliche Mindestanforderungen: insgesamt 3 Stunden Flugausbildung, 10 Starts und Landungen mit Fluglehrer sowie 10 überwachte Alleinstarts und -landungen.
Zur Vorbereitung sollte der Pilot nicht nur die Manöver üben, sondern vor allem wieder ein sauberes Cockpit- und Entscheidungsmanagement aufbauen. Besonders wichtig sind Checklistenroutine, Funk, Luftraumbeobachtung, Energiemanagement, korrekte Anfluggeschwindigkeit, Landetechnik, Notlandefeldauswahl, Go-around-Entscheidung und der sichere Umgang mit Ablenkung oder hoher Arbeitsbelastung.
Zusammenfassung
Die Wiedererlangung SEP(land) bringt einen Piloten nach einer Pause wieder auf ein sicheres Niveau für einmotorige Kolbenflugzeuge. Der Schwerpunkt liegt auf sauberer Flugvorbereitung, sicherem manuellem Fliegen, Systemverständnis, Notverfahren und gutem Urteilsvermögen. Der Pilot muss zeigen, dass er nicht nur starten und landen kann, sondern einen kompletten VFR-Flug verantwortungsvoll plant und durchführt. Besonders wichtig sind Motorausfallverfahren, Stall Recovery, Landungen, Go-around, Navigation und das konsequente Einhalten von Limits und Checklisten. Ziel ist ein Pilot, der wieder selbstständig, sicher und regelkonform im SEP-Betrieb fliegen kann.
Praxisbezug für den Piloten
Im echten Flugbetrieb ist die Wiedererlangung SEP(land) besonders wichtig, weil viele Fehler nach längerer Pause nicht durch fehlendes Wissen entstehen, sondern durch fehlende Routine. Ein Pilot muss wieder spüren, wie das Flugzeug auf Leistung, Pitch, Trimmung, Seitenwind und Konfiguration reagiert. Gleichzeitig muss er vorausschauend planen, Wetter und Luftraum beobachten, Funk sauber führen und bei Problemen rechtzeitig Entscheidungen treffen. Der Check-Flug stellt sicher, dass der Pilot nicht nur formal wieder berechtigt ist, sondern das Flugzeug im Alltag sicher, ruhig und verantwortungsbewusst beherrscht.
PPL(A) Examiner | 200,00 € |
Flugstunde C150 | 141,75 € |
| GESAMT | 341,75 € |