Was muss ein Pilot nach diesem Ausbildungsabschnitt können?
Ein Pilot muss nach einer Unterbrechung wieder sicher ein einmotoriges Kolbenflugzeug führen können. Dabei geht es nicht nur darum, wieder „landen zu können“, sondern den gesamten Flug als verantwortlicher Pilot sauber zu planen, vorzubereiten und durchzuführen. Er muss Flugzeugdokumente, Wetter, NOTAMs, Masse und Schwerpunkt, Performance, Kraftstoffplanung, Checklisten, Funkverfahren, Platzrunde, Navigation, Anflug, Landung und Notverfahren beherrschen. Besonders wichtig ist, dass der Pilot wieder ein gutes Gefühl für Energie, Geschwindigkeit, Fluglage und Entscheidungsfindung im Single-Pilot-Betrieb entwickelt.
Wichtiges zum Check-Flug
Für die Wiedererlangung einer bis zu 3 Jahre abgelaufenen SEP(land)-Berechtigung sollte der Pilot vor dem Check-Flug zunächst seine theoretischen Grundlagen auffrischen. Dazu gehören vor allem AFM/POH, QRH, Checkliste, Flugzeugsysteme, Limits, Motorbedienung, Kraftstoffsystem, Elektrik, Fahrwerk, Klappen, Instrumente, Avionik, Performance, Masse und Schwerpunkt sowie Notverfahren. Die Theorie wird bei der SEP-Prüfung üblicherweise mündlich durch den Prüfer im Rahmen des Skill Tests beziehungsweise Check-Fluges abgefragt.
Der Umfang der praktischen Auffrischung hängt vom Können, der Erfahrung und der Dauer der Unterbrechung ab. Als Orientierung behandelt dieser Ausbildungsabschnitt mindestens eine Theorieeinheit, praktisches Flugtraining im SEP-Flugzeug und einen abschließenden Progress Check beziehungsweise Check-Flug. Bei LAPL(A)-Inhabern mit TMG-Rechten gelten zusätzliche Mindestanforderungen: mindestens 3 Stunden Flugausbildung, 10 Starts und Landungen mit Fluglehrer sowie 10 überwachte Alleinstarts und -landungen. Für eine reine SEP-Wiedererlangung bis 3 Jahre abgelaufen wird der genaue Trainingsumfang normalerweise individuell festgelegt, bis der Fluglehrer überzeugt ist, dass der Pilot wieder prüfungsreif ist.
Im Check-Flug erwartet den Piloten ein vollständiges Prüfungsprofil auf einem einmotorigen Kolbenflugzeug. Typische Inhalte sind Preflight mit Dokumenten, Wetter, NOTAMs, Masse und Schwerpunkt, Vorflugkontrolle, Motorstart, Rollen, Run-up, normaler Start, Steigflug, Platzrunde, Airwork, Langsamflug, Steilkurven, Stall Recovery, VFR-Navigation oder bei vorhandener IR-Berechtigung alternativ Instrumentenflug, normale Landung, flapless Landing, Crosswind Landing, Go-around sowie Notverfahren. Besonders wichtig sind Rejected Take-off, simulierter Motorausfall nach dem Start, simulierte Notlandung ohne Motorleistung, Rauch oder Feuer im Flug und Systemstörungen.
Zur Vorbereitung sollte der Pilot vor allem Checklisten, Notverfahren, Speeds, Limits, Platzrundenverfahren, Funk, Lufträume, Wetterentscheidung und Performanceberechnungen wieder sicher beherrschen. Entscheidend ist nicht, dass alles spektakulär geflogen wird, sondern dass der Pilot ruhig, vorausschauend und sicher handelt. Der Prüfer möchte sehen, dass der Pilot das Flugzeug kontrolliert, Abweichungen erkennt, rechtzeitig korrigiert und bei Problemen eine sichere Entscheidung trifft.
Zusammenfassung
Die Wiedererlangung SEP(land) bis zu 3 Jahre abgelaufen bringt einen Piloten wieder auf ein sicheres Niveau für einmotorige Kolbenflugzeuge. Der Schwerpunkt liegt auf sauberer Flugvorbereitung, sicherem Handling, stabilen Starts und Landungen, guter Navigation und richtigem Verhalten bei Notfällen. Besonders wichtig sind Motorausfall, Notlandefeldauswahl, Go-around, Stall Recovery, Performance und Entscheidungsfindung. Ziel ist ein Pilot, der nach der Pause nicht nur formal wieder berechtigt ist, sondern das Flugzeug im Alltag sicher und verantwortungsvoll führen kann.
Praxisbezug für den Piloten
Im echten Flugbetrieb entstehen viele Risiken nicht durch fehlendes Wissen, sondern durch fehlende Routine. Nach einer längeren Pause können Funk, Luftraumbeobachtung, Energiehaushalt, Checklistenarbeit und Notverfahren schnell unsauber werden. Genau deshalb ist die Wiedererlangung wichtig: Sie stellt sicher, dass der Pilot wieder strukturiert vorbereitet, ruhig fliegt, Fehler früh erkennt und bei Wetter, Technik oder Leistungsgrenzen rechtzeitig sichere Entscheidungen trifft.
Flugstunde C150 | 189,00 € |
Fluglehrerstunde (VFR) | 65,00 € |
| GESAMT | 254,00 € |