Was muss ein Pilot nach diesem Ausbildungsabschnitt können?
Ein Pilot muss wieder sicher ein einmotoriges Flugzeug nach Instrumentenflugregeln führen können. Dazu gehört, einen IFR-Flug vollständig vorzubereiten, Wetter, NOTAMs, Treibstoff, Route, Minima und Alternates korrekt zu planen und anschließend das Flugzeug ohne äußere Sichtreferenz präzise zu fliegen. Er muss ATC-Freigaben richtig umsetzen, Funknavigation und PBN-Verfahren sicher nutzen, Holdings, SID, STAR, 2D- und 3D-Anflüge, Missed Approach und Landungen aus Instrumentenanflügen beherrschen. Zusätzlich muss er auf dem verwendeten SEP-Flugzeug wieder sicher mit Systemen, Limits, Checklisten, Performance, Notverfahren und abnormalen Situationen umgehen können.
Wichtiges zum Check-Flug
Für die Wiedererlangung braucht der Pilot grundsätzlich eine gültige Lizenz, also mindestens PPL(A) oder CPL(A), ein gültiges Medical Class 1 oder Class 2 mit IR-Check sowie die passende SEP(land)-Klassenberechtigung beziehungsweise deren Wiedererlangung, wenn diese ebenfalls nicht mehr gültig ist. Für die ursprüngliche Ausstellung eines IR(A) werden 50 Stunden Überlandflugzeit als PIC verlangt, davon mindestens 10 Stunden auf Flugzeugen. Außerdem muss Englisch Language Proficiency Level 4 oder höher vorhanden sein. Soll das IR auch nachts genutzt werden, ist zusätzlich eine gültige Nachtflugberechtigung erforderlich.
Zur Vorbereitung sollte der Pilot zuerst die IFR-Grundlagen auffrischen: IFR-Flugplan, Wetter- und NOTAM-Briefing, Fuel Planning, Minima, Kartenlesen, Approach Briefing, Holding Entries, Funkphraseologie, Avionikbedienung, RNP-Überwachung, PBN-Abflüge und -Anflüge sowie Missed-Approach-Verfahren. Danach muss das SEP-Handling wieder sicher sitzen: Preflight, Motorstart, Run-up, Start, Steigflug, Airwork, Langsamflug, Stall Recovery, Notlandeverfahren, Go-around, normale und flapless Landungen, Seitenwindverfahren, Systemkenntnis, Limits und Checklisten. Besonders wichtig ist, dass der Pilot nicht nur Verfahren auswendig kann, sondern sie unter Arbeitsbelastung sauber, ruhig und vorausschauend anwendet.
Im Check-Flug erwartet den Piloten ein IFR-Prüfungsprofil mit einem Instrument Rating Examiner auf einem einmotorigen Flugzeug. Typische Inhalte sind IFR-Abflug, Enroute-IFR, Holding, konventionelle und PBN-Verfahren, ein 3D-Anflug wie ILS oder RNP mit vertikaler Führung, ein 2D-Anflug bis zur MDH/A, Missed Approach, Funkverfahren, ungewöhnliche Fluglagen ohne Außensicht sowie mögliche Ausfälle wie Localizer-, Glideslope-, Kompass- oder Attitude-Indicator-Probleme. Der Prüfer achtet besonders darauf, ob der Pilot stabil fliegt, Minima korrekt einhält, Abweichungen früh erkennt, sauber kommuniziert und im Single-Pilot-Betrieb nicht hinter das Flugzeug gerät.
Zusammenfassung
Die Wiedererlangung SE-IR(A) bringt einen Piloten wieder auf ein sicheres IFR-Niveau im einmotorigen Flugzeug. Der Schwerpunkt liegt auf sauberer Instrumentenflugtechnik, korrekter IFR-Planung, stabilen Anflügen, sicherer Funkkommunikation und gutem Workload-Management. Besonders wichtig sind PBN, RNP-Monitoring, Holdings, Missed Approach, Minima und das sichere Entscheiden bei Wetterverschlechterung oder unstabilen Anflügen. Ziel ist ein Pilot, der IFR nicht nur theoretisch versteht, sondern im Cockpit ruhig, präzise und verantwortungsvoll umsetzt.
Praxisbezug für den Piloten
Im echten IFR-Betrieb ist das SE-IR besonders anspruchsvoll, weil der Pilot allein für Flugweg, Funk, Navigation, Wetter, Treibstoff, Avionik und Checklisten verantwortlich ist. Bei schlechter Sicht, hoher Arbeitsbelastung oder technischen Problemen bleibt wenig Zeit für Unsicherheit. Deshalb muss der Pilot rechtzeitig briefen, immer vor dem Flugzeug bleiben, seine Minima kennen und bei einem unstabilen Anflug konsequent durchstarten. Der Check-Flug stellt sicher, dass diese Fähigkeiten wieder zuverlässig vorhanden sind.
SE-IR Examiner | 300,00 € |
Flugstunde PA28 / C172 | 229,00 € |
| GESAMT | 529,00 € |