Skilltest MEP (land)

Was muss ein Pilot nach diesem Ausbildungsabschnitt können?

Ein Pilot muss ein mehrmotoriges Kolbenflugzeug sicher und kontrolliert führen können. Der entscheidende Schwerpunkt liegt nicht nur im normalen Flugbetrieb mit zwei laufenden Triebwerken, sondern vor allem im sicheren Umgang mit einem simulierten Triebwerksausfall. Er muss das Flugzeug sauber vorbereiten, die Systeme verstehen, die Leistungsdaten berechnen, normale Verfahren beherrschen und bei abnormalen oder Notverfahren ruhig, strukturiert und nach Checkliste handeln. Besonders wichtig ist das sichere Fliegen bei asymmetrischem Schub, also wenn ein Triebwerk weniger Leistung liefert oder als ausgefallen simuliert wird.

Wichtiges zur Prüfung

Für die Anmeldung zum MEP(land) Skill Test braucht der Pilot eine gültige PPL(A), CPL(A), ATPL(A) oder MPL mit PPL- beziehungsweise CPL-Rechten sowie ein gültiges Medical Class 1 oder Class 2. Für die Ausstellung der MEP-Berechtigung werden außerdem 70 Stunden als Pilot-in-Command auf Flugzeugen verlangt. Vor dem Skill Test müssen die theoretische Ausbildung, die Theorieprüfung und die praktische Ausbildung abgeschlossen sein. Die Theorie umfasst mindestens 7 Stunden Unterricht oder alternativ 10 Stunden CBT plus 3 Stunden Classroom Training. Die theoretische Prüfung besteht aus 30 Fragen zu mehrmotorigem Fliegen und zum verwendeten Flugzeug; mindestens 75 % müssen richtig beantwortet werden, bevor der Skill Test stattfinden kann.

Die praktische Ausbildung umfasst mindestens 6 Stunden Training, davon mindestens 3 Stunden im mehrmotorigen Kolbenflugzeug. Enthalten sein müssen mindestens 2:30 Stunden normale MEP-Verfahren und mindestens 3:30 Stunden Engine-Failure-Verfahren sowie asymmetrische Flugtechniken. Bis zu 3 Stunden FSTD/FNPT können optional genutzt werden und sind besonders sinnvoll, um Triebwerksausfälle, Engine Shutdown/Restart und asymmetrische Verfahren intensiv und sicher zu trainieren. Vor der Prüfung erfolgt ein Progress Check; erst wenn dieser bestanden ist, stellt der Head of Training die Empfehlung für den Skill Test aus.

In der Prüfung fliegt der Pilot als PIC mit einem Examiner auf dem MEP-Flugzeug, das auch in der Ausbildung verwendet wurde. Erwartet werden eine vollständige Flugvorbereitung mit Dokumenten, Masse und Schwerpunkt, Wetterbriefing und NOTAMs, normale Starts und Landungen, Airwork, Steilkurven, Langsamflug bis in die Nähe von Vmca, Stall Recovery, VFR-Enroute-Verfahren, Funk, Anflug, Landung, Go-around, simulierte Notfälle sowie besonders der Umgang mit einem simulierten Triebwerksausfall. Typische Prüfungselemente sind Rejected Take-off, simulierte Engine Failure, asymmetrischer Anflug, asymmetrischer Go-around und asymmetrische Landung bis zum Full Stop.

Zur Vorbereitung sollte der Pilot vor allem das AFM/POH, QRH und die Checklisten sicher beherrschen. Besonders wichtig sind Vmca, kritisches Triebwerk, Propeller-Feathering, Windmilling Drag, Rudereinsatz, leichte Bank zum laufenden Triebwerk, Mindestgeschwindigkeiten, Accelerate-Stop-Distance, Take-off Performance, One-Engine-Inoperative-Performance, Triebwerkslimits und Memory Items. Entscheidend ist, nicht nur Abläufe auswendig zu können, sondern zu verstehen, warum jeder Schritt gemacht wird.

Zusammenfassung

Der MEP(land) Skill Test prüft, ob ein Pilot ein mehrmotoriges Kolbenflugzeug sicher im normalen und abnormalen Betrieb führen kann. Der größte Unterschied zum SEP-Fliegen ist das asymmetrische Flugverhalten bei Triebwerksausfall. Der Pilot muss zeigen, dass er das Flugzeug kontrolliert hält, das richtige Triebwerk identifiziert, die richtigen Maßnahmen einleitet und die Performance realistisch beurteilt. Ziel ist ein Pilot, der nicht von der Komplexität des zweiten Triebwerks überfordert wird, sondern das Flugzeug ruhig, präzise und professionell managt.

Praxisbezug für den Piloten

Im echten Flugbetrieb bedeutet ein zweites Triebwerk nicht automatisch doppelte Sicherheit. Bei einem Triebwerksausfall entstehen sofort asymmetrischer Schub, Giermoment, zusätzlicher Widerstand und eine deutlich höhere Arbeitsbelastung. Genau deshalb ist die MEP-Ausbildung so wichtig: Der Pilot muss Geschwindigkeit und Richtung kontrollieren, das defekte Triebwerk korrekt erkennen, den Propellerwiderstand reduzieren, die Checkliste abarbeiten und gleichzeitig weiter fliegen, navigieren und kommunizieren. Wer den MEP Skill Test sicher besteht, zeigt, dass er mehrmotorige Flugzeuge nicht nur bedienen, sondern auch in kritischen Situationen verantwortungsvoll beherrschen kann.

Kosten
Brutto
MEP(land) Examiner
300,00 €
Flugstunde Tecnam P2006
397,50 €
GESAMT697,50 €